Country Blues Night - mit Crazy Hambones und Black Patti feat. Uli Lehmann ( Stimulators)

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Das Sonntagskonzert im Irish Pub-Parchim ist eine lose Konzertreihe, die den Bands & Musikern die Möglichkeit gibt ausserhalb ihres Tourplans noch kurzfristig einen Gig zu bekommen. Das hat sich bewährt, da auch für den Gast immer wieder Überraschungen dabei sind.

Und dieses Mal kommen zwei Hochkaräter der deutschen Bluesszene. Der Witz ist, alle Musiker standen schon einmal zusammen oder in verschiedenen Formationen auf der Bühne im Irish Pub-Parchim. Einzig der "Junge" Ferdinand ‚Jelly Roll’ Kraemer von Black Patti betritt zum  ersten Mal diese Bretter der Kleinstadt Parchim.

"Schuld" an dieser Zusammenkunft sind  zwei  bestens bekannte Pub-Haudegen - Micha Maass( Crazy Hambones, Steve Bigman Clayton, The Love Gloves) , sowie Uli Lehmann von den Stimulators.

Also macht euch bereit für eine musikalische Reise in den Süden der USA 

2 Bands - 1 Bassist - 2 Konzerte - 1 Session!

 

Crazy Hambones

         Henry Heggen - Gesang, Mundharmonika, New Jersey

         Brian Barnett - Gesang, Gitarre, London

         Micha Maass - Gesang, Schlagzeug, New Bundesländer

         Uli Lehmann - Bass

 

 

 

Es braucht drei Musiker, den Klang einer ekstatischen Mundharmonica und einer manischen

Slide-Guitar, unterlegt mit satten Grooves, getragen vom kräftigen Gesang, um die Bluesszene zum Kochen zu bringen – einfach, rauh, direkt. Das Trio beschränkt sich auf das Wesentliche und schöpft dennoch aus dem Vollen. Und man merkt, hier haben sich drei Perfektionisten gefunden.

Der Berliner Schlagzeuger Michael Maass besticht als Boogie-Drummer mit unverwechselbarem Stil und ist vielen durch seine Zusammenarbeit mit Vince Weber, Steve „Big Man“ Clayton und als Motor des renommierten Blue Wave-Festivals auf Rügen bekannt.

Henry Heggens Talent, auf natürlich ansteckende Weise mit dem Publikum zu kommunizieren, gibt ihm den Beinamen „Mr. Natural“. Der Amerikaner, der seine Wahlheimat erst in Hamburg und jetzt in Wittenberg fand, spielt als professioneller Musiker seit fast drei Jahrzehnten auf deutschen und internationalen Bühnen. Als Sänger und Harpspieler wurde er als Frontman bei „Have Mercy“, „B.Sharp“, „Heggen’s Heroes“ und „Boogie House“ bekannt und trat darüber hinaus mit diversen anderen Größen wie Inga Rumpf und Abi Wallenstein auf. Von ihm hört man ruppige Licks, die direkt aus dem Fat Possum-Juke Joints des Mississippi Delta stammen könnten ebenso wie zwingende Grooves, die auch Songs wie dem „Ramblin’ Blues“ von Johnny Shines neues Leben einhauchen. Neben eigenen Titeln haben die drei Meister sich u.a. bei Willie Dixon, Muddy Waters und Jerry McCain inspirieren lassen.

Natürlich mit dabei der Engländer Brian Barnett an der Gitarre, mit dem Henry Heggen schon 30 Jahre gemeinsame Musik verbindet.

Traditionell gespielte Musik im reduzierten Memphis-Blues-Sound, originell durch markante Harp-, Gitarren- und Schlagzeugsoli.

 

Black Patti 

         Peter Crow C.- Gesang, Gitarre, Mundharmonika, München

         Ferdinand ‚Jelly Roll’ Kraemer - Gesang, Gitarre, Mandoline, München

         Uli Lehmann - Bass, München

 

Akustischer Pre-War-Blues, zu weiten Teilen auf beeindruckenden Eigenkompositionen fußend, brachte die Musiker bereits auf Festivals wie den Jazzfrühling Kempten, das Snow Jazz Festival (Frankreich) oder das Birmingham Jazzfestival (GB) und Auftritte im Rahmen von Kunst und Literatur (Harry Rowohlt, Fritz Rau u.a.) gehören neben unzähligen Club- und Barshows zu ihren Aktivitäten. Mit 'No Milk No Sugar' liegt jetzt der erste Tonträger der versierten, meist mit wunderbarem zweistimmigen Gesang antretenden Instrumentalisten vor. Selbstverständlich auf traditionellen Instrumenten eingespielt und vintage, vollanalog und ohne Overdubs aufgenommen. Mit ihrem äußerst abwechslungsreichen Repertoire präsentieren die Süddeutschen filigrankunstvolle und unglaublich berührende Roots-Musik zwischen tiefschwarzem Delta Blues, federndem Ragtime und beseelten Spirituals.

 

Was die beiden Kollegen Peter Crow C. (vcl/gtr/hca) und Ferdinand „Jelly Roll“ Kraemer (vcl/gtr/mand) auf der ersten CD ihres Duos Black Patti abliefern, ist geradezu sensationell. Der Krause-Peter ist ja ein alter Hase und seine Fingerpicking-Expertise überrascht nicht. Sein Bluesharpspiel wurde bislang jedoch noch nie so gut in Szene gesetzt – Sonny Terry, Sonny Boy Nr. 1 und Noah Lewis lassen grüßen. Dagegen gehört Ferdinand Kraemer zum raren Blues-Nachwuchs – und mit Mitte 20 derartige Könnerschaft (und Groove) an Gitarre und Mandoline zu erreichen, ist schon famos. Dazu sind beide auch noch exzellente Vokalisten und passen hervorragend zusammen: Die Instrumente ergänzen sich prächtig, der Rhythmus rollt und meistens wird zweistimmig gesungen, und das nicht nur in den Refrains. Das rein akustische Programm umfasst neben drei eigenen Titeln Material von Sonny Boy Williamson I, Kokomo Arnold, Willie Brown, Charley Patton, den Mississippi Sheiks und Alvin Youngblood Hart sowie zwei traditionelle Gospelnummern. Grandios. Die beiden haben sich wirklich gesucht und gefunden und sind ja nun schon eine ganze Weile live zusammen unterwegs. Das einzige Manko von „No Milk No Sugar“, erschienen auf Rhythm Bomb Records und auch in limitierter Auflage als LP erhältlich, ist, dass das Hörvergnügen nach knapp 40 Minuten schon wieder vorbei ist; nun gut, dann muss man sich die Zugabe eben beim nächsten Livegig der beiden holen.

 

Klaus Mojo Kilian

bluesnews.de - Kilians Plattenecke / April 2015

Ort: Irish Pub-Parchim

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